2000 km mit dem Zug durch INDIEN


Von Goa bis ganz in den Norden nach Neu-Delhi ging die Reise für mich heute. Eine gewaltige Reise von etwa 2000 Kilometern mit dem Zug. Als ob das nicht genug wäre, lief ich vorher noch hochmotiviert 10 Kilometer zufuß zur Madgaon Railway Station in Margao. Ich musste früh raus, denn mein Zug nach Delhi startete dort um 11:20 Uhr. Nach etwas Arbeit am Laptop, 2 Kaffees und dem Packen meiner Sachen, ging ich dann auch los in das gewaltige Abenteuer. Vermutlich das größte meiner ganzen Weltreise bis jetzt!

Die Strecke kannte ich ja schon, nur diesmal hatte ich meinen Reiserucksack drauf und das machte die Sache nicht gerade leichter. Aber ich hatte es geschafft! Die kompletten 10 Kilometer zu Fuß gelaufen und das noch mit meiner persönlichen Bestleistung, denn diesmal brauchte ich nur 1 Stunde und 40 Minuten. Ich kaufte mir noch ein paar Samosas bei einer netten indischen Dame und eine Flasche Wasser, denn wer weiß wie das ausgehen wird in einer 30-stündigen Fahrt mit dem Zug durch die indischen Wüstengebiete.

Der Zug war überraschender Weise schon da als ich ankam und einen Mitarbeiter dort danach fragte. So ging ich hinein und fand auch schnell meinen Platz Nummer 50 neben einer älteren Italienerin. Sie hieß Gabrielle und reiste seit 10 Jahren fast jedes Jahr nach Indien. Sie konnte mir während der Fahrt so einiges erzählen. Es hätte sich hier schon viel veränder seit ihrem ersten Urlaub hier. Alles ist teurer geworden, aber dafür auch sauberer, mindest in vielen Orten. Aber dreckig ist es nach wie vor, den Müll haben die noch nicht ganz im Griff hier, besonders nachdem die ganzen Plastikverpackungen der westlichen Welt sich hier häuften. Auch drei russische Reisende gesellten sich nach einigen Haltestellen zu uns. Der Zug war glücklicherweise gar nicht so voll wie gedacht und ich konnte mir einen Platz am Fenster frei wählen. Die ersten Stunden waren eigentlich ganz angenehm, bis auf die nervigen indischen Verkäufer, von denen einige auch noch bei einer Mitfahrerin doppeltes Geld kassieren wollten und auch noch kein Englisch sprechen konnten. Ein stundenlanger Streit ließ die Stimmung etwas in den Keller rutschen. Ja auch die Toilette war super eckelig. Keine Seife, keine Tücher dafür aber Gestank und ein Plumsklo, das unter Wasser stand. Vermutlich unter Urin. Größte Aufgabe im Zug war es nun den Besuch dieser eckeligen Toilette, so gut es ging zu umgehen.

Jede gefühlte Minute lief ein Verkäufer durch den Zug und versuchte einem etwas zu verkaufen. Von Tee und Kaffee bis Spielzeug und Schraubenzieher, alles war dabei. Ja Medizin und Dinge, von denen ich nicht einmal wußte, dass es sie gibt. Am Boden kriechende Jugendliche und Kinder, die den Boden wischten und fegten, streckten die Hand für Geldscheine aus. Auch musikalisch versuchten viele junge Inder Spenden zu bekommen. Es war ein reiner Zirkus. Allein im Zug war das Chaos Indiens das Hauptprogramm. Ich war teilweise schockiert und gleichzeitig fasziniert. Leider schleuderten die indischen Mitfahrer ihren kompletten Müll, ja nach jeder Mahlzeit, komplett aus dem offenen Zugfenstern. Am Rand der Gleisen war die komplette Strecke zugemüllt. Ein Horrorszenario. Hin und wieder konnte man einen indischen Herren dabei zusehen wie er sein Geschäft an den Gleisen verrichtete. Unglaublich!

Dann brach die Nacht an, nach einem schönen Sonnenuntergang, den ich aus dem Fenster aus beobachten konnte. Riesige Wohnblöcke in hoher Anzahl erstreckten sich nun durch die Landschaft. Ja das zeugte von Mumbai. Die Sitze wurden zu Betten geklappt und die Leute gingen schlafen. Ich blieb etwas länger wach und beobachtete noch die Slums, an denen wir im dunkeln vorbei fuhren. Ungemütlich und im Staub und Dreck, legte ich mich dann auch hin und schlief trotzdessen ein.

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