KULTURSCHOCK in Margao Goa INDIEN


Absoluter KULTURSCHOCK in Margao. Zufuß erlebte ich heute grausame Realitäten. Berge von Müll und tote, plattgefahrene Hunde und Katzen am Straßenrand, waren nur ein kleiner Teil meines Abenteuers, einer 20 Kilometer langen Wanderung durch Goa in Indien. Auch wenn ich nun seit fast einem Monat Indienreise so einiges erlebt hatte, der heute Tag zeichnete und prägte mein Leben gewaltig!

Weniger als eine Woche blieben mir, um einen Weg nach New Delhi zu finden. Bereits gestern war ich in Majorda am Bahnhof, um mich über Zugtickets schlau zu machen. Heute ging es nach Margao zur Rail Station und zwar zufuß. Dort wurde ich gestern hin geschickt, denn dort soll ein Ticket nach Delhi erwerbbar sein. 10 km trennten meine Unterkunft vom Bahnhof Madgaon. Egal ich ging zu Fuß. Zumindest hatte ich mir das so vorgenommen, um Goa näher kennenzulernen.

Mein Ziel war es also nach dem Kaffee, los zu gehen und mir in 10 Kilometern Entfernung, an einem Bahnhofsschalter ein Ticket nach New Delhi zu reservieren. New Delhi liegt grobgeschätzt fast 2000 Kilometer entfernt! Und Madgaon Rail Station von meiner Bleibe etwa 10 km. Ich war motiviert genug zu sagen ich gehe hin und zurück! Ich meistere 20 km heute, durch egal welches indisches Terrain! Und das tat ich auch!

2 Stunden brauchte ich hin, durch Felder, Ortschaften, Dörfer sowie das Chaos in Margao. So viel Müll wie auf dieser Wanderung habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Zum Glück gab es anfangs sehr viele schattige Passagen und man geriet nicht so sehr ins Schwitzen. Was mich an Indien nervt, ist das der Mensch aus Fleisch und Blut und seiner Verletzbarkeit keinen besonderen Wert hat auf der Straße. Die Autos und Roller ja auch die riesigen Transporter haben immer Vorrang und sie drängen dich von der Straße egal ob neben ihnen weitere Fahrzeuge sind oder auch nicht! Wäre da auch ein Krokodilbecken, müsstest du als Mensch, ohne Metall und Plastik um dich herum, leider dort hinein springen, damit der freundliche Herr in seinem Tuk Tuk freie Fahrbahn hat. Damit muss man sich erstmal “anfreunden”. Übrigens lagen in dem Krokodilbecken (Straßenrand) öffter mal plattgefahrene Hunde und Katzen. Ich war schockiert!

Naja die Wanderung war ansonsten eigentlich ganz angenehm, bis ich dann in Margao ankam. Dort herrschte das Chaos einer indischen Stadt, zumindest sieht man das als Europäer so. Hier wurde es heiß, denn die Bäume fehlten nun und der Staub wirbelte nur so herum. Es war so verdammt laut, man konnte es nichts lange ertragen. Ich wollte nur schnell an mein Ticket gelangen und wieder von hier verschwinden. Ich wollte schnell wieder durch die paradiesischen, grünen und schattigen Land- und Dorfstraßen zurückgehen.Und dann als ich ankam wieder eine Überraschung. Die Schlange vor einem der Ticket-Schalter für Touristen usw. war gar nicht so groß, aber ich stellte leider fest, dass sich großes Gedrängle breit machte und die Schlange so gut wie nie endete. Immer kam ein weiterer einfach nach vorne gedrängelte und wollte bevorzug bearbeitet werden. Ein Chaos das sag ich euch! Um 12 sollte die Angestelltin am Schalter Pause haben, laut dem Schild vorne und um 11:59 bekam ich endlich mein Ticket, nach einer Stunde Kampf mit indischen Passanten. Und ich meine wirklich, dass man körperlich schubsen musste, um nicht die anderen an den Schalter geraten zu lassen, denn sonst bist du ganz schnell vergessen. Und vergesst bitte nie einen Kugelschreiber mitzunehmen! Ganz wichtig! Ich hatte keinen, das hat mich mindestens 10 Minuten Fragerei gekostet, bis mir ein netter Herr einen geliehen hatte. Am Schalter bekommt ihr auch keinen, das ist dort Mangelware! Ich verstand die Welt nicht mehr.

Nachdem ich mehr als eine Stunde lang zu einem drängelnden Inder motiert war, ging ich erleichtert aus der Reservierungshalle mit einem Zugticket nach New Delhi in der Hand für nur 1125 Rupee (13,96 €). Und das für fast 2000 Kilometer Fahrt. Irgendwie war ich stolz auf mich das gemeistert zu haben.

Nun musste ich aber den ganzen Weg zu Fuß wieder zurück. An einigen Läden vorbei entdeckte ich Stände mit Leckereien wie Samosa (eine Art Teigtaschen mit Kartoffel- und Gemüsefüllung). Ich liebe Samosas! Da griff ich ordentlich zu und nahm die Dinger mit. Nach exakt 20 km und wieder 2 Stunden Rückweg (insgesamt 5 mit der Stunde am Schalter) war ich dann exakt um 14 Uhr wieder in meiner Unterkunft und genoß meine Mahlzeit nach erneutem 24 stündigem Fasten. Unglaublich wie lecker das Essen auf einmal schmecken kann. Auch wenn so manche eckiligen Gerüche der heutigen schockierenden Wanderung, mir nicht aus der Nase gehen wollten. KULTURSCHOCK INDIEN!
 
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